Montag, 30. April 2018

Die Medina von Fès und seine Ledergerber

Grüezi meine Lieben,

ja, nun bin ich wieder zurück!
Ganze vier Wochen waren mein Herzblatt und ich wieder auf Reise!
Einmal mehr zog es uns nach Marokko.....
natürlich waren wir wieder mit unserem Schneckenhaus unterwegs
und wir durften viel wundervolles erleben!


Obwohl wir schon mehrmals in Fès waren,
hatten wir die Stadt noch nie richtig besucht,
denn jedesmal war unser Drang zu groß, so schnell wie möglich in 
die Abgeschiedenheit der Westsahara zu kommen!
Doch diesmal machten wir nicht einfach nur einen Stop für die Übernachtung,
nein.......wir besuchten die alte Medina von Fès!


.....und dieser Besuch hat sich gelohnt,
die Medina von Fès gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO,
und ist dazu noch die grösste Nordafrikas, beträgt ihre Gesamtfläche doch stolze 
2,8 Quadratkilometer, was in etwa 400 Fussballfeldern entspricht!!!


Ich freute mich ganz besonders auf den Besuch,
der Ledergerber von Chuwwara im Nordosten der Medina!


Von den Balkonen verschiedener Geschäfte, 
kann man die Gerber bei ihrer Arbeit beobachten!


Seit Jahrhunderten werden in den vielen Bottichen,
Ziegen-, Schaf-, Kamel- und Kuhleder nach alter Tradition gegerbt,
nämlich mit Taubenkot!


Na, gut dementsprechend steigt einem auch ein etwas 
eigentümlicher Geruch in die Nase!
Schlimm muss es jedoch in der Hitze der Sommermonate sein!


In den unzähligen farbigen Bottichen,
werden die Leder mit natürlichen Farbstoffen gefärbt!


Mohn und Safran sind die bevorzugten Farbstoffe!


 Die gegerbten und gefärbten Leder 
werden in der Sonne über mehrere Wochen hinweg getrocknet!


 Nach wie vor, ist es hier Tradition,
das der Beruf des Gerbers vom Vater an den Sohn weiter gegeben wird!


Das fèssche Leder ist ein Markenzeichen der Königsstadt Fès....


..... und wird in kleinen, engen Ateliers zu Taschen, Schuhen und Sitzkissen verarbeitet....


.....und in unzähligen Shops feilgeboten!
Hier heisst es jedoch um den Preis zu feilschen!
Das Feilschen ist ein fester Bestandteil der arabischen Kultur 
und für uns Europäer eher etwas befremdlich!
Doch aus eigener Erfahrung rate ich euch unbedingt mit dem Verkäufer zu handeln!
Beginnt mit einem Drittel des euch angebotenen Preises.....
und so trefft ihr euch in der Regel bei der Hälfte oder bei sechzig Prozent des angebotenen Preises,
dies ist dann völlig in Ordnung!
Falls es mit dem Feilschen nicht klappt, so verabschiedet ihr euch und 
meistens springt der Verkäufer dann hinter einem her und 
bietet das gute Stück zum gewünschten Preis an!


Da die Gassen in der Medina sehr eng sind, wird in Fès,
das Meiste auf den Rücken von Maultieren und Eseln transportiert!


Dies vereint mit den exotischen Düften und den Rufen der Händler,
dem Gewusel in den engen Gassen
und den vielen arbeitenden Handwerker,
weckt in einem das Gefühl,
als sei man in ein anderes Jahrhundert zurückversetzt!


Deshalb hat es uns besonders viel Spaß gemacht,
 durch die vielen verwinkelten, engen Gassen zu spazieren.


Der Souk ist in verschiedene Viertel aufgeteilt.....
das kann man sich so vorstellen, als befinden wir uns hier in Europa in einem
riesigen Kaufhaus mit vielen verschiedenen Abteilungen.
Von Gemüse....über Kleidung....bis hin zu Ersatzteile für das Auto!
Nur hier in Fès sind diese Abteilungen ganze Viertel mit vielen eigenständigen Händlern!


Ich empfand die Medina,
als ein einziger riesiger Marktplatz,
und war hoch erfreut, das man den Leuten bei ihrer Arbeit zuschauen konnte!


Besonders die Messingschmiede faszinierten mich!
Man findet sie im Viertel Place es-Seffarine....


So staunten wir nicht schlecht, 
als mitten in dem Marktgewusel von Leuten,
ein Handwerker seelenruhig eine Kupferpfanne herstellte!



Tja, andere Länder, andere Sitten und
andere Arbeitsverhältnisse!
Das stimmt einem doch etwas nachdenklich!


Streift man weiter durch die Gassen kommt man in den Souk Nejjarine,
das Viertel der Schreiner.
Hach, meine Lieben,
da werden nebst ganz normalen Betten, Tischen und Stühlen auch 
Hochzeitsmöbel geschreinert!
Wahrliche Schätze aus 1000 und einer Nacht!


Tja...und biegt man dann in die nächste Gasse ein,
werden die Ziegenhörner 
zu wundervollen Kämmen und Spangen verarbeitet!


Natürlich gibt es auch ein Stoffviertel!


Ich war schon völlig hin und weg, als ich die vielen 
wunderschönen Seidenfäden sah!
......und da sich unsere Füsse so langsam bemerkbar machten,
werden wir den Souk Kissaria mit all den feinen Stoffen und den 
vielen Goldschmieden auf unserer nächsten Reise besuchen.


Falls ihr das erste Mal nach Fès in die Medina geht,
empfiehlt es sich einen offiziellen Führer zu nehmen,
denn die Gefahr ist groß, das man sich in dem riesigen Labyrinth
von engen Gassen und vielen Geschäften völlig verirrt.


Für mich gehört die Medina von Fès zu der aller schönsten Marokkos!
Agadir, Casablanca, Rabat und sogar Marrakesch 
können es mit Fès nicht aufnehmen!
Besonders angenehm empfand ich auch die Stimmung in den Gassen,
niemand zupfte an mir rum oder belästigte mich 
mit seinem aufdringlichen Verkaufsgeschwätz,
damit man auch ja in seinem Laden etwas kaufen solle!
Was besonders in Agadir und Marakesch zum
Nationalsport der Verkäufer gehört!


Da es uns so gut in Fès gefallen hat,
und es noch tausend Ecken, Gassen und Winkel zu entdecken gibt,
werden wir auf unserer nächsten Reise sicher wieder einen ausgiebigen Stop
in dieser wundervollen Stadt machen!
Ich habe für alle Fälle, schon mal ein Gassen taugliches Taxi reserviert :-)))

So meine Lieben,
nun aber genug für heute!!!!
Ich hoffe der Abstecher in diese andere Welt,
hat euch gefallen!!!

Zu einem späteren Zeitpunkt werde ich euch dann nochmals von 
unserer Reise berichten,
natürlich nur wenn ihr Lust habt!


Ich hätte euch ja noch so viel 
märchenhaftes  aus Marokko, zu zeigen und zu erzählen.

........doch jetzt ist Frau Wichtelhüsli
wieder ganz im Alltag angekommen.....
was für mich jedesmal nach einer so wundervollen Reise eher schwierig ist....
denn ganz ehrlich, fühle ich mich hier doch oftmals sehr in unser ordentliches,
überaus sauberes System eingesperrt....
und die vielen Vorschriften, Verbote und Zurechtweisungen....
und das ich für jede kleine Verrichtung gleich mein Portemonnaie zücken muss,
oder mir einen Stempel oder gar eine Bewilligung besorgen muss
doch sehr, sehr beengend.
Wo bleibt hier meine Freiheit?

Tja......man kann eben nicht alles haben!

Herzensgrüassli
und lasst es euch gut gehen!
eure
Yvonne 

Kommentare:

  1. Liebe Yvonne,
    da hast du aber wahrlich eine zauberhafte "Zeitreise" gemacht. Natürlich freue ich mich auf weitere Berichte von dir. Herzlichst Kirsten

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  2. Welch faszinierender Reisebericht. Ja, da bekäme man/Frau gleich Reiselust, aber ich gebe zu: Afrika ist nichts für mich. Da fahre ich doch lieber nach Schottland...

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  3. Unsere Freiheit besteht vielleicht einfach darin, sagen und denken zu können, was wir möchten? Zu reisen, wann und wohin es uns beliebt? Weil wir es uns auch leisten können?
    Und es könnte ja doch auch noch sein, dass Freiheit bedeutet, nicht Ledergerber werden zu müssen, nur weil mein Vater und Grossvater diesen Beruf ausüben mussten. Vielleicht würde ich ja viel lieber Mathe studieren??
    Freiheit und Freiheit, ist manchmal nicht dasselbe....
    Danke für deinen Reisebericht! Auch wenn es mich nicht dahin zieht ( auch weil ich Freiheit der Freiheit vorziehe) finde ich es sehr sehr spannend und interessant!
    Herzlichst
    yase

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  4. Liebe Yvonne,
    das sind beeindruckende Bilder.
    Beim Betrachten dieser wurde so manche Erinnerung wach, zum Beispiel die an ein Perlengeschäft. Dort kaufte man die Perlen nicht in winzigen Plastikröhrchen wie hier, sondern grammweise.
    Ich kaufte ein, als wäre es meine letzte Chance. :-))) Der Händler zeigte sich überglücklich und ich muss noch heute bei deren Anblick schmunzeln.
    Leider sahen wir aber auch viel Elend. Hier ist zwar vieles überreglementiert, aber wir haben die Gelegenheit andere Kulturen zu entdecken.
    Vielen Menschen, auch den Marokkanern, bleibt leider nur die Flucht.
    Herzliche Grüße von Heike

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  5. Liebe Yvonne
    Ich habe diesen Post richtig genossen, so viele schöne Fotos und ein wunderbarer Reisebericht dazu. Ganz besonders angetan bin ich von dem Fotos mit den Seidenspulen, unglaublich schön, bei diesem Geschäft hätte ich sicher nicht wiederstehen können ;-)). Die Farben, der Glanz und diese riesige Menge einfach super.
    Wünsche dir eine gute Woche
    Doris

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  6. Ein toller Bericht - vielen Dank dafür. Mich würde Marokko auch mal reizen, aber die Sicherheitlage und noch ein paar andere Dinge halten mich davon ab. Da Reise ich lieber in Gedanken mit.
    LG, Varis

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  7. Liebe Yvonne,

    mit Freude habe ich deinen Bericht erwartet und die Bilder genossen. Besonders die ersten, übers färben finde ich sehr interessant.
    Ich weiß nicht ob dir mein Mann erzählt hat, dass er in der Textiltechnik auch Färberei gelernt hat! :-)
    Wir waren erst einmal in Marokko und es ist nicht unser Land.
    Aber dir folge ich auf Bildern gerne wieder!

    Liebe Grüße,
    Ingrid

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  8. Liebe Yvonne - was für ein beeindruckender Reisebericht! Wunderbar verfasst mit so traumhaften Bildern, da bekommt man gleich Fernweh. Wie gut, dass ich heute Abend Marokkanisch essen gehe:-)
    heitere Grüsse Britta

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  9. Hallo liebe Yvonne,
    Dein Reisebericht wirkt auf mich wie ein Märchen "Aus Tausend und einer Nacht"; einfach traumhaft! Die Fotos allein wirken schon für sich; bin total begeistert und würde wenn es möglich wäre sofort meine Koffer packen.....
    Ich wünsche Dir eine gute Zeit
    Ganz liebe Grüße Karin

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  10. Liebe Yvonne,
    na klar möchte ich noch eine Fortsetzung von deinem märchenhaftem Urlaubsbericht. Ich bin so neugierig was ihr alles gesehen und erlebt habt. Beeindruckt bin ich über die Ledergerberei.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  11. Beim ersten Foto wusste ich schon auf welchem Hügel du gestanden bist. Wie gut, dass du erwähnst nicht ohne Führer in das Gewusel zu laufen. Wir sind gerade im Oman unterwegs und weist du wo wir unser Geld versorgen, immer auf all unseren Reisen in den Klappbörsen aus Leder von Fes. Das schon mehr als 10 Jahre und die sind immer noch wie neu. Wenn ich an die Fahrt von Fes nach Mekknes denke kommen mir die wunderschönen Mohnfelder in den Sinn.
    Ja ich teile deine Liebe zu Marokko.
    L G Pia

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  12. Liebe Yvonne,
    danke für diese herrlichen und beeindruckenden Bilder aus Marokko! Danke, daß wir Dich wieder ein Stück begleiten durften!
    Ich wünsche Dir einen schönen 1.Mai!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  13. liebe Yvonne,
    oh, wie schön war es Dich ein Stück zu begleiten!
    Gigantische Bilder hast Du mitgebracht, die ich mir gleich noch einmal anschauen werde.
    Wie in tausend und einer Nacht!
    viele liebe Grüße und noch einen schönen Abend
    Gerti

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  14. Liebe Yvonne,
    wunderschöne Bilder hast du uns da mitgebracht. Man kommt sich wirklich wie in 1001 Nacht vor. Ich muss sie unbedingt meinem Mann zeigen; ihn fasziniert alles, was irgendwie arabisch ist. Ich glaube, er war in einem frühreren Leben ganz bestimmt Araber!!
    Man lernt auch so viel, von solchen Reiseberichten. Dazu fällt mir spontan einer meiner Lieblingssprüche ein: "Don´t tell me, how educated you are- but tell me, how much, you´ve travelled!!"
    Herzlichst
    Jeanne

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  15. Ohhhh, duuuuu meine Lieeeeebe!!!!
    Marokko mon amour :)! Danke für die Reisefotos, die gleichzeitig auch die Erinnerung an "mein Fes" wachgerüttelt haben. Wie du weißt: Ich mag dieses Land sehr.
    Was ich dich fragen wollte: Warst du mit dem Containerschiff unterwegs oder hast du wieder ganz viele Sachen im Land lassen müssen, die eigentlich mit wollten :)?
    Sei ganz lieb gegrüßt und fest gedrückt
    Elisabeth

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  16. wow liebe Yvonne, was für eine Reise und was für ein Erlebnis, wunderbar ist das in Deinen Fotos zu erkennen, einfach einzigartig und faszinierend finde ich das. Hach, ich bin echt begeistert, dass wir hier ein bisschen daran teilhaben konnten. Ich liebe ja solche Abenteuer auch♥ Ich warte mit Spannung auf den nächsten Teil....

    Herzliche Grüße
    es Kerstin

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  17. Liebe Yvonne, welch ein schöne Reise und so wundervolle Bilder.
    Für mich auch eine schöne Erinnerung. Einige ähnliche Fotos habe
    ich auch vor vielen Jahren auch einmal auf einer Marokkoreise gemacht.
    Es kam mir alles wieder so nah vor. Lieben Dank und viele Grüße
    Monika

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  18. Ich bin ganz berauscht von Deinen wunderbaren Bildern, liebe Yvonne. Woow - das muss eine tolle Reise gewesen sein. Den armen Esel habe ich einbissel bedauert. Aber so ist es eben, nicht wahr?! Dir einen lieben Gruß! Herzlichst, Nicole

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  19. Liebe Yvonne
    Ups- fast hätte ich deinen schönen Post verpasst - auch wenns mich nicht in dieses Land zieht, habe ich die Bilder sehr genossen. Sehr eindrücklich und aussagekräftig! Herzlichst Rita

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